Aktualisiert:
20.12.2015

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Unsere Projektpartner

Unsere Projektpartner

 

Das Care und Counselling Centre in Kalkutta

Ehrenamtlich arbeitende indische Sozialarbeiter, Ärzte und Therapeuten haben in Kalkutta ein Zentrum für behinderte - vor allem hörgeschädigte - Kinder aus der Slum - Bevölkerung eingerichtet. Seit 1993 unterstützen wir ihre Arbeit

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Dorfentwicklungsprojekte in Indien

Engagierte Inderinnen und Inder im Umland von Kalkutta versuchen in ihren Dörfern die Entwicklung voranzutreiben, um der verarmten Landbevölkerung eine Zukunftsperspektive zu geben und sie von der Abwanderung in die Elendsquartiere der völlig übervölkerten Großstädte zu bewahren.
In Kooperativen geht man die Probleme gemeinsam an.
um Krankenstationen und Schulen zu bauen, Brunnen zu bohren oder Fortbildungskurse einzurichten, Land für die Landlosen zu erwerben, sind ständig Geldzuschüsse nötig.
Wir unterstützen diese Dorfarbeit seit 1985 - zur Zeit sind es zwei Projekte, deren Arbeit immer weitere Dörfer mit einbezieht.

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Spendenkonto:

Arbeitskreis Dritte Welt e.V. 
Sparkasse  Krefeld, Konto Nr.:106 641 BLZ 320 500 00
Für die Spendenquittung benötigen wir Ihre vollständige Adresse

 

 

Indienreise 2008

von

Gerlinde Wientgen

 

Nachdem wir Anfang Februar von einer dreiwöchigen Indienreise zurückgekehrt sind, möchten wir von unserer Faszination und den starken Eindrücken ein wenig weitergeben.

Dass sich in Indien wirtschaftlich viel verändert – wie es uns die Presse immer wieder wissen lässt – haben wir, wie schon bei früheren Aufenthalten, auch dieses Mal deutlich erlebt.

Aber die Toleranz der indischen Kultur lässt alles nebeneinander bestehen: wachsende Hochhauskomplexe und riesige Slumhüttensiedlungen, kreuzungsfreie Hochstraßen und übervölkerte enge Gassen, auf denen man nicht vorankommt, Shopping Malls und auf dem Boden kauernde Straßenhändler, immer mehr Handybesitzer und stundenlange Stromausfälle.

Wir wissen, dass Indien enorme wirtschaftliche Leistungen vollbringt, dass die Mittelschicht in dem 1,1 Milliardenvolk wächst, aber gleichzeitig werden die Hunderte von Millionen, die von weniger als einem Dollar am Tag leben, kaum weniger. Die Schwierigkeiten der heutigen weltweiten Wirtschaftsstruktur schlagen sich in einem Land wie Indien besonders stark nieder.

Wenn man sieht, wie schwer es schon für weniger große Länder ist, die Probleme in den Griff zu bekommen, kann man sich vorstellen, vor welch unlösbar erscheinenden Aufgaben Indien steht.

Umso erfreulicher ist es, dass es in Indien eine erstaunlich hohe Anzahl von Selbsthilfegruppen gibt, nämlich 1,2 Millionen, – manche schon seit 30 Jahren – , die versuchen, oft mit primitiven Mitteln und wenig Geld, den Lebensstandard von benachteiligten Bevölkerungsgruppen anzuheben.

Mit einigen wenigen dieser Gruppen verbinden uns partnerschaftliche Kontakte.

Wir freuen uns und sind dankbar für die Spenden, die wir an die Projektpartner weiterleiten können, die dadurch viele lebenswichtige Dinge für die Menschen dort überhaupt erst möglich machen konnten und können.

Was unsere Reisen dorthin betrifft, so möchten wir noch bemerken, dass wir sie immer privat finanzieren.

Die Behindertenschule Care & Counselling Centre

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Das Care & Counselling Centre in Kalkutta wird von 78 Kindern besucht, die Hälfte ist hörgeschädigt, die andere Hälfte geistig behindert, mentally challenged, also geistig herausgefordert, wie die Verantwortlichen vom Care & Counselling Centre sagen. Im vergangenen Jahr konnten 12 Kinder neu aufgenommen werden, nachdem zuvor 12 Kindern, nach Abschluss der Klasse 8, Stellen hatten vermittelt werden können, 2 Stellen bei Kentucky Fried Chicken, 2 Stellen bei Pizza Hut und 8 Stellen bei Silence (unserer befreundeten Fairhandelsorganisation für Behinderte). Unterrichtet wird an fünf Wochentagen jeweils von 11 bis 16 Uhr.

Wie immer wurden wir von Basanti Roychowdhury, der Geschäftsführerin, und von Chitra Roy und Dr.Rabin Sanyal (alle ehrenamtlich in der Organisation tätig) herzlich empfangen und dann von Radha Menan, der hauptsächlich verantwortlichen Lehrerin, zu den einzelnen Gruppen geführt. In den drei Räumen im Untergeschoss und den zwei Räumen im Obergeschoss werden im Allgemeinen jeweils zwei Gruppen unterrichtet, entweder auf schmalen primitiven Holzbänken oder auf dem Boden sitzend. Die älteren hörgeschädigten Kinder lernen gerade Geographie und haben vor sich eine Wandkarte von Bengalen, eine andere Gruppe hat Englisch-Unterricht, die jüngeren arbeiten mit bengalischen Schriftzeichen auf Kärtchen, einige Kinder schneiden Figuren aus, einige machen Holzschnitzarbeiten, eine Gruppe von geistig Behinderten malt für einen Wettbewerb von zehn Behinderten-Schulen der Stadt, beim Sing-Unterricht zeigen zwei von den geistig behinderten Jungen ein erstaunliches Können. In dem großen Raum des Obergeschosses werden uns schließlich einige Tänze dargeboten und zwei Mimikstücke, die mit bewundernswert differenziertem Einfühlungsvermögen vorgeführt werden. Bei allem, was uns gezeigt wird, sind die Kinder mit viel Eifer und Freude dabei, und die Lehrerinnen geben in liebevoller Weise Ermunterungen.

Für alle, auch für uns, ist gekocht worden, Kedgeree (Reis und Linsen) und Gemüse. In den letzten Monaten, seit September, musste leider diese tägliche Mahlzeit in der Schule, die für die meisten Kinder die einzige Mahlzeit war, bei der sie sich richtig satt essen konnten, stark eingeschränkt werden, weil die indische Regierung das Nahrungsmittelprogramm des Catholic Relief Service, der seine Gelder aus den USA bekam, gestoppt hat mit der Begründung, Indien könne sich selber helfen.

Aber immer noch wird die Schule ganz von Spenden getragen, hauptsächlich aus dem indischen Mittelstand. Seit Jahren versprochene Regierungsgelder sind bis jetzt einfach nicht ausgezahlt worden.

Umso mehr hat es uns gefreut, dass unser Arbeitskreis im Dezember über zweieinhalb tausend Euro an das Care & Counselling Centre schicken konnte, wovon fast die Hälfte von der Krefelder Gerd-Jansen-Schule stammt, die von 250 behinderten Schülerinnen und Schülern besucht wird. Auf dem Martinsbasar der Krefelder Schule im November 2007 konnte der Betrag für die indische Schule erwirtschaftet werden.

 

Die Behinderten-Organisation Silence

Silence ist die Organisation, mit der wir in Indien durch Kumar Gupta zu allererst in Kontakt standen, also schon 1986. Damals haben wir die Errichtung des Silence-Ladens im gut besuchten Einkaufszentrum Dakshinapan in Kalkutta finanziell unterstützt. Dies war das erste und einzige Mal, dass Silence von uns finanzielle Hilfe erhalten hat. Mittlerweile sieht unsere Beziehung so aus, dass wir uns bei Besuchen entweder von uns in Indien oder von Silence-Mitgliedern zu Fairhandels-Zwecken in Europa gegenseitig mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Wir haben es genossen, dass neben unserem Freund Ashu Sarcar (auch ehemaliger Silence-Mitarbeiter) Chanchal Sengupta, (Geschäftsführer) und Biju Das (ehrenamtlicher Berater) uns am Flughafen in Kalkutta abholten. Chanchal lieh mir ein übriges Handy aus, das mir während der Wochen in Kalkutta unschätzbare Dienste leistete.

Silence hat seit seiner Gründung durch Samir Ray im Jahr 1979, als eine kleine Gruppe von Behinderten anfing, mit handgemalten Grußpostkarten Geld zu verdienen, eine wechselhafte Geschichte durchlebt. Heute ist Silence ein Fairhandels-Unternehmen geworden mit 75 Behinderten, insgesamt 100 Beschäftigten, mit Beziehungen zu den großen Fairhandelsorganisationen überall auf der Welt, mit einem Jahresumsatz von umgerechnet 40 000 Euro, was für Indien viel ist. Wegen der guten Auftragslage wäre es nötig, neue Leute einzustellen, aber die hohen Lohnnebenkosten lassen dies nicht zu.

Wir besuchten die Werkstätten von Silence im Kasba-Gewerbepark und schauten den vielen Handwerkern bei der Arbeit zu, beim Kerzengießen, bei den Holz- und den Pappmachearbeiten, beim Perlenauffädeln für Ketten, bei der Räucherstäbchenherstellung, beim Verpacken der Produkte. Bezeichnend für die Auffassung von Silence ist, dass die Mitarbeiter als unterschiedlich befähigte Menschen geachtet werden, zwar mit begrenzten Fähigkeiten, aber unbegrenzt in ihrer Begeisterung, zu einer Organisation zu gehören, die sich selber trägt und unabhängig ist von Spenden.

In diesem Sinne zeigten uns Chanchal und Biju auch mit Stolz die Aufstockung des bisher dreistöckigen Werkstättengebäudes auf ein fünfstöckiges, dessen Bauarbeiten noch voll im Gang waren. Finanziert wird das Ganze mit Krediten, wobei die Hoffnung auf eine Verdoppelung der Aufträge und damit der Gewinne berechtigt ist.

Die gute Atmosphäre unter den Silence-Mitarbeitern zeigte sich uns dann noch einmal einige Tage später beim Betriebsausflug, zu dem wir mit eingeladen waren. In einem wunderschönen Park auf dem Land südlich von Kalkutta wurde ein Picknick veranstaltet. In riesigen Töpfen wurde auf Gaskochern mit Spaß von einigen Mitarbeitern gekocht, während es sich ihre Kolleginnen und Kollegen in Gruppen unter den Palmen oder Bougainvillen in lockerem Gespräch wohl ergehen ließen.

Fairhandelsorganisationen aus vielen europäischen Ländern haben im letzten Jahr Aufträge an Silence vergeben. Aus Deutschland hat sich jetzt El Puente gemeldet, und die Hoffnung von Silence und von uns ist, dass in unseren Weltläden hier auch wieder Silence-Produkte angeboten werden.

 

 

Dorfentwicklungsprojekt Boral Sardarpara Matri-O-Sishu Kalyan Samsad

 

Maya Roy ist die Begründerin und Geschäftsführerin von Boral Sardarpara Matri-O-Sishu Kalyan Samsad. Um 1990 hat sie in dem Dorf Kundarali, etwa 50 km südlich von Kalkutta, angefangen, Frauengruppen, Kindergärten und nichtstaatliche Schulen einzurichten. Auch heute noch arbeitet Maya in Kundarali und seiner Umgebung, allerdings hat die Regierung in dieser Gegend so genannte integrierte Schulprogramme eingerichtet, so dass Maya dort hauptsächlich Frauengruppen bei Mikrokrediten, in Gesundheitsfragen , bei Aidsprävention und bei Geburtenverhütung berät. Ihr Zentrum ist dabei ihre eigene Hütte aus rohen Ziegelsteinen, die ihr von ihrer Tante vermacht worden ist und in der sie mit ihrem Mann und zwei Kindern lebt.

Maya ist überaus engagiert, und wenn sich ihr irgendwo eine Gelegenheit bietet, mit Frauen oder Kindern zu arbeiten, nimmt sie diese wahr. So existieren an mehreren, zum Teil ziemlich entfernten Orten Gruppen ihrer Organisation. Durch verwandtschaftliche Beziehung hat Maya auch in Jharkhali, im Süden der Insel Basanti im Gangesdelta, einen Stützpunkt. Dort und nicht in Kundarali haben wir sie dieses Mal besucht.

Durch einen besonderen Glücksfall hat Maya aus Deutschland etwas Geld bekommen, mit dem sie ein kleines Haus im Rohbau errichten konnte. Stolz führte sie uns dieses Haus nun vor mit der Bitte, die 1500 Euro, die sie von uns im Dezember erhalten hat, für den weiteren Ausbau nutzen zu dürfen. Unten soll es einen großen Gruppenraum, ein kleines Büro und einen kleinen Wohnraum geben und im Obergeschoss zwei kleine Gruppenräume.

Auf dem Lehmboden zwischen den Ziegelwänden saßen auf Tüchern Mitarbeiterinnen von Maya und einige Frauen aus den 20 Frauengruppen (mit jeweils 11 bis 15 Mitgliedern), die sich hier bereits treffen, hauptsächlich um sich über Mikrokredite und Gesundheitsfragen zu beraten oder um zu lernen, wie man Arbeit besser organisiert. Einige Kinder waren auch da aus Mayas beiden Kindergartengruppen. Sie trugen Gedichte vor, sangen Lieder und zeigten kleine Tänze.

Wie immer gab sich Maya viel Mühe, uns mit Tee und Früchten zu bewirten. Die Verständigung mit ihr selbst ist immer schwierig, weil sie kein Englisch spricht. Aber diesmal hat nicht nur Bandana Roy übersetzt, die Präsidentin der Organisation, die extra den weiten Weg aus Kalkutta für uns auf sich genommen hat, sondern auch noch unsere Freunde von der Champa Mahila Society, bei denen wir auf Basanti sowieso zu Besuch waren.

 

Dorfentwicklungsprojekt Champa Mahila Society

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Seit zwei Jahren ist die Insel Basanti im Gangesdelta mit dem Festland durch eine Brücke verbunden. Aber die Verhältnisse auf der Insel haben sich dadurch nicht vereinfacht; denn jetzt kommen auch Lastwagen auf die Insel, und sie haben die wenigen für die Fahrradrikschas geteerten Straßen völlig aufgebrochen, so dass die Fortbewegung auf der Insel noch schwieriger geworden ist. Auch Stromleitungen gibt es immer noch nicht, nur – immerhin – Handymasten.

So ist Basanti nicht mehr so abgelegen wie noch vor wenigen Jahren, als es noch sehr mühsam war, auf die Insel in den so genannten Sundarbans zu gelangen. Die schlechte Erreichbarkeit und die Unfruchtbarkeit der vom Meerwasser umspülten stark salzhaltigen Böden, die nur eine Ernte im Jahr hergeben, haben zu der besonderen Armut eines großen Bevölkerungsteils auf den Sundarbaninseln mit beigetragen.

Als siebzehnjährige Schüler haben hier zu Beginn der achtziger Jahre Amal Nayak und Mamata Karali angefangen, Dorfkindern Lesen und Schreiben beizubringen – unter Bäumen. 1989 war ich zum ersten Mal zusammen mit Kumar Gupta im Dorf Sibgang auf Basanti. Damals hatten die beiden in zwei Räumen der dortigen Grundschule ihren Unterricht durchgeführt mit unterschiedlichen Altersgruppen, und auch die Frauengruppen trafen sich dort und bekamen von Mamata Schneidern und Sticken gezeigt.

Inzwischen ist die Champa Mahila Society zu einer großen Organisation herangewachsen, in der mit vielen Mitarbeitern noch mit dem gleichen Engagement wie damals gearbeitet wird. Amal ist übrigens Englischlehrer an der Basanti High School geworden und ist ehrenamtlicher Leiter der Organisation. Auf zwei größere Areale verteilen sich beim Dorf Sibgang die Gebäude, die zur Organisation gehören. Auf dem einen befindet sich das Haupthaus mit Büros, Bibliothek, Gästeräumen und der Wohnung für die Familie von Amal und Mamata, die mittlerweile geheiratet haben, dann eine Krankenstation – auch zum stationären Aufenthalt - und schließlich das Waisenhaus für 130 Jungen.

Auf dem anderen Gelände, etwa 7 Minuten entfernt auf der anderen Seite des Orts, entsteht gerade ein Heim für Waisenmädchen, 80 haben bereits die unteren beiden Stockwerke bezogen, 20 sollen noch in einem zweiten Stock dazu kommen. Eine Schule ist da für „Drop out Girls“, also für Mädchen, die bei der staatlichen Schule keine Chancen haben, weil sie zu Hause so viel helfen müssen. In einem anderen Haus dort sind auch die Büros für die Mikrokredite von 600 Frauengruppen, die sich über die Dörfer verstreut gebildet haben und durch die etwa 8000 Frauen erfasst werden. Dahinter liegt die große landwirtschaftliche Farm, auf der zwei Teiche gegraben worden sind, mit denen die Felder bewässert werden können, so dass es zwei Ernten im Jahr geben kann. Mit den Erträgen dieser Farm können die Waisenkinder zum großen Teil ernährt werden. Die ökologische Bewirtschaftung wird der Dorfbevölkerung zur Anwendung in ihren Hausgärten weiter vermittelt. Etwas abseits liegt dann noch ein kleines Altersheim für verlassene Frauen, deren Kinder in die Stadt abgewandert sind.

Die hier genannten Einrichtungen zeigen enorme Leistungen auf, mit deren Aufzählung ich aber noch keineswegs am Ende bin. Mindestens zwei Dutzend Brunnen (vier davon auf der Nachbarinsel Gosaba), die wegen des salzhaltigen Bodens 300 bis 400 Meter tief (von Hand!) gebohrt werden müssen, sind von der Champa Mahila Society in den Dörfern errichtet worden und versorgen etwa 25 000 Menschen mit frischem Trinkwasser. In den Frauengruppen (60 solcher sind auch auf Gosaba gegründet worden) wurden die Leute angeregt zum Bau von Hunderten von Latrinen und ebenfalls Hunderten von rauchfreien Herden. Über 40 Kindergärten und ebenso viele nichtstaatliche Schulen sind auf Basanti und auf der Nachbarinsel Gosaba eingerichtet worden. Nach Amals Aussage sind Frauengruppen und nichtstaatliche Schulen die tragenden Säulen der Champa Mahila Society.

Finanziell konnte das Ganze geleistet werden, weil immer nur so viele Neueinrichtungen geschaffen wurden, wie gerade Geld da war. Die Gelder sind gekommen von kleineren Organisationen und Privatpersonen aus Deutschland, Österreich und Dänemark, in letzter Zeit auch von nach Amerika ausgewanderten Indern. Wir selbst haben uns darauf spezialisiert, hier Brunnen zu finanzieren, aber auch für die Schulen, die Krankenstation, die landwirtschaftliche Farm und für Solarmodule konnten wir Spenden weiterleiten. Der Unterhalt der Waisenhäuser ist inzwischen von der Regierung übernommen worden.

Immer wenn wir zu Besuch kommen, werden uns mit Stolz die neuen Einrichtungen vorgeführt, und das ist überall ein Anlass zum Feiern.

Die neuen Brunnen sind mit bunten Bändern und Fähnchen geschmückt, und viele Dorfbewohner, vor allem die Frauen, haben sich versammelt, um uns zu begrüßen und zu ehren, weil wir ihnen durch die Finanzierung einen eigenen Brunnen ermöglicht haben und damit kilometerlange Wege gespart werden. Oft strecken sich uns unzählige Hände zum Danken entgegen.

An einem Abend warteten die Waisenkinder auf mit einem bunten Programm von Tänzen, Liedern und Gedichtrezitationen. Alle Darbietungen waren sehr gut einstudiert, und die Begeisterung der Kinder übertrug sich auf alle, die da waren. Diese betonte musische Ausbildung wird sich sicher positiv auf das künftige Leben der Kinder auswirken.

Einen Tag (einen schulfreien Feiertag) verbrachten wir mit Amal auf der Insel Gosaba, wo es übrigens keine Autos gibt und ebenfalls keinen Strom und wo keine Handys mehr funktionieren. In einer halbstündigen Fahrt in einem motorisierten Fischerboot setzten wir dorthin über. Im Dorf Mitrapara weihten wir mit den Frauen zusammen den neuen Brunnen ein, besuchten dort und im Dorf Satyanarayan zwei Schulen, die noch in privaten Lehmhütten unterhalten werden und saßen bei einer Gruppe von Frauen, die uns von den Erfolgen ihres Mikrokreditprogramms berichteten. In der Lehmhütte von Saban, Amals „rechter Hand“ auf Gosaba, hatten die Frauen gekocht und einen einfachen Holztisch mit Bänken aufgestellt zum Mittagessen (auf Bananenblättern).

Später versammelten sich auf einem freien Platz bei einer Schule, wo im Herbst noch zwei Wochen lang Überschwemmungen alles unter Wasser gesetzt und die Ernte vernichtet hatten, einige hundert Frauen, um sich zwar Reden von Dorf- und Bezirksgemeinderäten, von Amal, dem Leiter der Champa Mahila Society, von der Leiterin der Frauengruppen und auch noch von uns anzuhören, aber Musik- und Tanzvorführungen begeisterten alle und zeigten eine große Gemeinschaft.

Amal meinte abschließend: „Endlich spürt man, dass sich etwas verändert! Der Wunsch, etwas zu tun, ist zu einer richtigen Bewegung geworden!“

 

Dorfentwicklungsprojekt Kaorakhali Jana Sevashram

Früher dauerte eine Fahrt nach Jamtolahat, 100 km südlich von Kalkutta im Bezirk Kultali, zwei Stunden. Die aufgerissenen und verstopften Straßen forderten uns aber vier Stunden ab und ließen uns einigermaßen abgeschlagen dort ankommen. Der überaus herzliche Empfang, das frische Kokosnusswasser und die reizvolle Landschaft mit den einfachen Lehmhütten zwischen den Reisfeldern ließen uns die Strapazen schnell vergessen.

Kaorakhali Jana Sevashram haben wir erst vor zwei Jahren kennen gelernt durch unseren Freund Ashu Sarkar aus Kalkutta. Von Partnerschaft kann auch bis jetzt nicht wirklich die Rede sein, aber das Projekt hat diejenigen von uns, die es besuchten, so sehr beeindruckt, dass wir zweimal eine Unterstützung von knapp 1000 Euro aufgetrieben haben.

Die Gegend ist sehr abgelegen und sehr arm, weil Bildungseinrichtungen bis dorthin kaum vorgedrungen sind. Der Vater von Bimal Mondal, dem heutigen Projektleiter, hat schon vor Jahren in Kaorakhali eine Schule gegründet, die inzwischen vom Staat übernommen worden ist. Heute werden 4 Schulen betreut, in denen die 6 Lehrer seit Jahren umsonst arbeiten, erst unser kleiner Zuschuss hat ihnen ein bescheidenes Gehalt von 12 Euro monatlich ermöglicht. Der Lehrer Joykrishna Sardar im Nachbardorf Purba Gabtala hat der Organisation sein primitives Ziegelhaus mit dem angrenzenden Hof für den Schulunterricht zur Verfügung gestellt. Hier zeigten uns auch die begeisterten Schülerinnen und Schüler Kostproben von den im Unterricht gelernten Tänzen und Liedern.

In den letzten Jahren hat sich die Organisation vor allem darum bemüht, Regierungsprogramme, für die es Zuschüsse gibt, in den umliegenden Dörfern durchzusetzen. So konnten einige Tausend Familien mit Latrinen versorgt werden, 87 Teiche konnten im letzten Jahr neu ausgegraben werden, die der Bewässerung dienen und Fischfang ermöglichen. Auch Baumpflanzaktionen konnten durchgeführt werden.

120 Gruppen mit 1100 Frauen und 100 Männern, die mit Mikrokrediten arbeiten, hat die Organisation gegründet und beraten. Wie überall im Land bringen die Selbsthilfegruppen den Fortschritt voran.

Unsere finanzielle Unterstützung und unser Besuch wurden von allen als Ermutigung empfunden.

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