Aktualisiert:
20.12.2015

EWL-Logovektor
Rechenschaftsbericht 2014

Rechenschaftsbericht für das Jahr 2014
(Jahreshauptversammlung am 11. März 2015


Leider hat sich unsere Mitgliederzahl von 33 im vorigen Jahr auf etwa 25 gesenkt, wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob einige bei uns als Mitglied eingetragene ausgetreten sind, da die Leute nichts mehr von sich hören lassen.
Nach wie vor sind wir also ein kleiner Verein. Das Besondere ist aber, dass zwei Drittel, also ein großer Teil, der Mitglieder aktiv dabei ist und dem Arbeitskreis gegenüber eine Menge Verantwortungsgefühl und Zeit aufbringt.
Das Durchschnittsalter unserer Mitglieder liegt inzwischen allerdings bei ungefähr 69 Jahren, was aber das Engagement in keiner Weise einschränkt.


Der Laden

Nach wie vor kommt dem Laden die entscheidende Bedeutung in unserem Arbeitskreis zu. Gegen Ende des Jahres hatten wir das Gefühl, dass sich unser Umsatz erhöht hat, was unser Engagement auch beflügelt hat, aber leider stimmt das übers ganze Jahr hin gesehen nicht. Unser Umsatz ist wahrscheinlich wieder etwas zurück gegangen. Da unser Steuerberater immer nur mit großer Verzögerung arbeitet, ist es für uns schwierig, das festzustellen. Das Erfreuliche aber ist, dass die Mitglieder es sich nicht verdrießen lassen und unermüdlich weiter versuchen, mehr fair gehandelte Produkte abzusetzen.

Unser Laden war auch im Jahr 2014 regelmäßig geöffnet: montags bis freitags von 9.30 bis 18.30 Uhr, samstags von 10 bis 14 Uhr – das ganze Jahr über, ohne dass Ferien gemacht wurden. Dass dies zuverlässig klappt, ist schon eine große Leistung für einen ehrenamtlich arbeitenden Verein. Wie lange sich das noch durchhalten lässt, müssen wir sehen.

Dass auch alle anderen mit einem Laden verbundenen sehr arbeitsaufwändigen, notwendigen Tätigkeiten, wie Einkauf, Preisauszeichnen, Dekorieren, Schaufenstergestaltung, Sauberhaltung, Inventur und so weiter - von meiner Sicht her - so gut oder fast so gut wie in einem Profi-Laden funktionieren, ist ebenfalls eine besondere Leistung!

Leider haben wir im Jahr 2014 eigentlich keine Ein-Euro-Kraft gehabt. Ich sage eigentlich, weil für kurze Zeit im März und April Simon, der viel fehlte, im Laden war.

Verkaufsstände

Der Verkaufsstand auf dem Bauernmarkt wurde einmal im Monat (insgesamt 9 mal, Ausnahme die Wintermonate,), möglichst am ersten Samstag des Monats abgehalten.

Außerdem haben wir monatlich noch weitere ein bis zwei Verkaufsstände:
-Mitte Januar, zweitägiger Verkaufsstand in Mühlhausen bei den Vorbereitungstagen für den Weltgebetstag der Frauen,
-1. Mai im Stadtpark,
-29. Juni Ökumene-Tag an der Alten Kirche
-30. August beim Emmaus-Fest,
-07. September, 50 Jahre action medeor
-29. und 30.. November beim Weihnachtsbasar in der Christuskirche / Bockum,
-06. Dezember beim Besonderen Weihnachtsmarkt,
-Zweimal im Jahr verkaufen wir unsere Waren, vornehmlich Bananen, bei der Synode der Evangelischen Kirche,
-Mindestens alle zwei Monate in Neukirchen-Vluyn.

Unser Kaffee wird übrigens seit vielen Jahren auch außerhalb unseres Ladens verkauft. Wir bedienen hiermit die Bäckerei Ullrich und den Bioladen des Heilmannshofs. Unser Kaffee wird außerdem im Café Talk-about angeboten und bei Emmaus, beim Arbeitslosenzentrum, beiden Grünen. Leider wird er nur in wenigen kirchlichen Einrichtungen getrunken (in der Friedenskirche, im Büro der Evangelischen Referate in der Seyffardtstraße, im Gemeindedienst für Mission und Ökumene, bei den Mennoniten, in der Kreuzkirche in Hüls, in den Gemeindehäusern von Vluyn und Tönisberg.).

Einen erfreulichen Verkauf von fairen Süßigkeiten konnten wir wieder bei drei
Martinsvereinen (nämlich in Verberg, in Hüls und im Kliedbruch) verbuchen, außerdem hatten wir auch in Neukirchen/Vluyn einen kleinen Verkauf.

Im Zusammenhang mit der Fairen Woche hatten wir am 20. September einen Stand auf dem Westwallmarkt mit Verköstigung, um für unsere Produkte zu werben.

Außerdem wurden zwei Trödelverkäufe auf dem Neumarkt veranstaltet (am 31. Mai und am 04. Oktober). Die Erlöse hiervon bessern unsere Kasse auf.
 
Zu zweit besuchten Ladenleute die Fair-Handels-Messe in Dortmund am 6. September.

Kommissionsware geht regelmäßig nach Hüls und Tönisberg.


Kulturelle Veranstaltungen / Bildungsarbeit

Das ganze Jahr über durchgehend fanden alle zwei Wochen mittwochs abends Informationsbesprechungen und Veranstaltungen statt, die von unseren Mitgliedern aber auch von einigen Gästen besucht waren. Mit dem Paritätischen Bildungswerk, das die Veranstaltungen bezuschusst, treten wir als Kooperationspartner auf. Aus diesem Grund erhalten unsere Informations- und Veranstaltungsreihen Überschriften. Während des ersten Halbjahres 2014 war es das Thema: „Nachhaltigkeit – mehr als nur ein Modewort“, während des zweiten Halbjahres „Qualität und Glaubwürdigkeit im Fairen Handel!“.

Zu verschiedenen Themen hatten wir spezielle Informationsveranstaltungen:

-26. Februar mit Dietmar Boos  / Kindernothilfe: Selbsthilfegruppen in Äthiopien
-12. März: Indische Frauen im Widerstand zu Gewalt und Ausbeutung
-11. September mit der Buko-Pharma-Kampagne zu Uganda

Außerdem machten wir am 20. Februar in Privatautos eine Fahrt nach Kempen zur Ausstellung der Paraguay-Initiative im Rathaus zu Frauen in Paraguay.

Am 15. Oktober nahmen wir teil an der Demonstration gegen die Eröffnung von Primark in Krefeld.

In unserer „Laden-Galerie“ haben wir seit dem Spätsommer eine Ausstellung hängen zum Thema „Nähen für den Weltmarkt“, basierend auf Plakaten der Christlichen Initiative Romero. Zuvor hatten wir für längere Zeit eine Ausstellung zu unseren Projekten in Indien.


Die Partnerorganisationen des Arbeitskreises in Indien

Auf den im Gangesdelta abgelegenen Inseln Basanti und Gosaba haben durch die bei uns eingegangenen Spenden und mit der Hilfe der dortigen Champa Mahila Society wieder ein paar tausend Menschen mehr sauberes Trinkwasser erhalten. Es konnten 2 Brunnen in den Dörfern Kumirmari und Maheshpur installiert werden. Inzwischen kostet ein Brunnen dort allerdings 2000 Euro. Wir konnten am 25. Januar 2014 3900 Euro überweisen. Die Organisation kümmert sich nach wie vor um die im Dorf zurück gebliebenen Alten und um Mädchen aus ärmsten Verhältnissen, um Waisen, Straßenmädchen, Mädchen, die in Drogenhandel verwickelt waren.

Die Behindertenschule Care & Counselling Centre in Kalkutta bemüht sich trotz der Krankheit ihrer Geschäftsführerin, ihr Niveau mit 70 Kindern halten zu können. Erfreulich ist, dass aus der von uns geknüpften Verbindung zwischen der Gerd-Jansen-Schule hier in Krefeld und dem Care & Counselling Centre eine wirkliche Partnerschaft mit Briefwechsel entstanden ist. Die Gerd-Jansen-Schule konnte auch dieses Jahr aus dem Erlös ihres St.-Martin-Marktes eine größere Spende, nämlich 1400 Euro, an uns für die Behindertenschule in Kalkutta überweisen. So konnten wir Ende Dezember noch fast 2650 Euro an die Schule nach Kalkutta schicken. Am 12. Februar besuchte uns die Mobile Gruppe der Gerd-Jansen-Schule mit ihrer Lehrerin Frau Bischof im Laden.

Vom Dorfentwicklungsprojekt Boral Sardarpara Matri-O-Sishu, das auf dem Land südlich von Kalkutta arbeitet, erhalten wir regelmäßig Post und Mails über seine Arbeit im Dorf Kundarali und seiner Umgebung. Besondere Probleme gab es mit dem alten Ziegeldach der Zentrums- und Wohnhütte der Leiterin Maya Roy in Kundarali, da die durch häufige Stürme in dieser Gegend verursachten Reparaturarbeiten nur schwer geleistet werden konnten. Sie haben es nun aber – auch mit unserer Hilfe – geschafft, ein neues Dach auf das Haus zu setzen. Wir konnten etwa 2000 Euro spenden.

2014 haben wir wieder an das Mzumbe-Book-Project gespendet: 500 Euro. Manfred Schieß von Faire Welt Rastatt e.V., der das Projekt vor ungefähr 30 Jahren gegründet hat und heute noch betreut, ist leider erkrankt. Er hat aber die Weiterführung mit Jahn Bosco Mihigo in gute Hände gelegt und uns mitgeteilt, dass die Herausgabe des 4. Bandes von Enjoy Chemistry (zweisprachig Kisuaheli und Englisch) noch dringend einiger Spenden bedarf.

Insgesamt haben wir 2014 weniger Spenden erhalten und konnten deshalb auch weniger Geld weiter leiten. Außerdem hat der Euro enorm an Wert verloren, was sich bei Auslandsüberweisungen sehr bemerkbar macht.


Öffentlichkeitsarbeit

Die Öffentlichkeitsarbeit ist und bleibt mühevoll. Wir haben jetzt für den Laden einen neuen Flyer, der viel verteilt wird aber kaum neue Kunden bringt.

Durch unsere Homepage, die wunderbar gewartet wird, haben wir in der Öffentlichkeitsarbeit einen großen Schritt nach vorne getan.

Seit 2011 sind wir auch auf Facebook zu finden, was mehr Aufmerksamkeit bringt.

Am 13. Januar konnten wir im Lokal „Mikado“ bei „Lott ens schwaade“ unsere Ladenarbeit vorstellen, ebenso noch mal am 19. und 20. November bei Podiumsdiskussionen von SPD und Grünen.


Unsere Mitgliedschaft in Netzwerken

Mit diesen Mitgliedschaften unterstützen wir die Vernetzung der Gruppen, die in der Entwicklungszusammenarbeit tätig sind und deren politische Arbeit. Ich nenne jetzt nur die Organisationen, zu denen es in Bezug auf unseren Verein etwas zu berichten gibt.

KREWI: Da KREWI immer noch ein Ansprechpartner für viele Außenstehende ist und einige einzelne Gruppen auch noch bestehen, sehen wir keinen Grund, KREWI aufzulösen. Aus der Kasse, in der etwas Geld ist und die von Bernhard Kemmerich und Christa Redeker gewartet wird, können die Beiträge für das Eine-Welt-Netz und für Erlassjahr gezahlt werden.

Durch die Mitgliedschaft im Flüchtlingsrat spenden wir 100 Euro im Jahr an Pro Asyl.

Wir sind Mitglied im Krefelder Sozialbündnis und im Krefelder Friedensbündnis.

Eine-Welt-Netz / NRW: im vergangenen Jahr konnte niemand von uns an der zweitägigen Landeskonferenz des Eine-Welt-Netzes im März teilnehmen.

Der Paritätische bürdet uns mit seiner Paritätischen Akademie einige Reglementierungen und Zeit-Einsatz auf, aber wir haben durch sie immerhin leichte finanzielle Vorteile und stärkere Rechtssicherheit.


Zusammenfassung

All diese Aktivitäten zeigen das hohe Engagement des Krefelder Weltladenteams. Wie erfolgreich wir sind, ist allerdings eine andere Frage. Aber wir haben immer noch Spaß an unserer Arbeit.
 

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