Aktualisiert:
20.12.2015

EWL-Logovektor
Fairer Handel

 

Was bedeutet Fairer Handel?

Laut der Definition von FINE, einem Zusammenschlusses der wichtigsten internationalen Fairhandelsorganisationen, ist Fairer Handel

„eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte ProduzentInnen und ArbeiterInnen – insbesondere in den Ländern des Südens – leistet der Faire Handel einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung.“

Der Faire Handel sieht sich also als Alternativ- und Protestbewegung zu den meist ungerechten Strukturen des Weltwirtschaftssystems, insbesondere der Strukturen des Handels zwischen den so genannten Entwicklungsländern und den Industrienationen. Der Faire Handel (insbesondere der Faire Handel der Weltläden) will über diese Zusammenhänge informieren und das Bewusstsein der VerbraucherInnen schärfen, gleichzeitig aber auch eine konkrete Handlungsalternative bieten.
Diese Alternative besteht im Verkauf von Waren, die bestimmten festgelegten
Kriterien entsprechen. Die Kriterien betreffen die Sozial- und Umweltverträglichkeit des Warenhandels und der Produktion. Am deutlichsten zeigt sich dies wohl darin, dass die ProduzentInnen des Fairen Handels – meist in Kooperativen organisierte Kleinbauern/bäuerinnen – einen gerechten Preis, feste Lieferverträge und Vorfinanzierungen erhalten. Der Verkauf ihrer Waren soll den ProduzentInnen die Basis für eine menschenwürdige Existenz bieten. Eine wichtige Rolle spielt zudem die Wahrung der Umweltverträglichkeit der Produktion.

Der Faire Handel der Weltläden

In den letzten 20 Jahren hat sich das Konsumverhalten in Deutschland stark verändert. Die Prinzipien „fair“ und „bio“ sind den meisten Menschen geläufig und immer mehr KonsumentInnen achten bei ihren Einkäufen auf diese Prinzipien. Auch große Firmen und Supermarktketten springen auf den fahrenden Zug auf und nehmen entsprechende Produkte in ihr Sortiment auf. Allerdings ist fair nicht gleich fair, es muss zwischen zwei Ausprägungen des Fairen Handels unterschieden werden:

1. dem Handelskonzept der Weltläden 
2. dem
TRANSFAIR-Konzept 

Das alternative Handelskonzept der Weltläden ist das umfassendere. Der Vertrieb und Verkauf der Produkte erfolgt über alternative Handelswege, über eigene Fairhandelsorganisationen. Die anspruchsvollen Kriterien des Fairen Handels gelten für den gesamten Handelsweg, den ein Produkt zwischen Produzent und Konsument zurücklegt und nicht nur für den unmittelbaren Produktionsprozess – Transparenz und angemessene Arbeitsbedingungen müssen also auch beim Transport der Ware und an den Verkaufsstellen in Europa gewährleistet sein. Überschüssige Einnahmen werden in den Fairen Handel re-investiert und kommen der Informations- und Bildungsarbeit zu Gute. Großkonzerne und Handelsketten profitieren nicht davon. 
Das TRANSFAIR-Konzept legt dagegen ausschließlich Kriterien für den Einkauf fest. Der Verein TRANSFAIR Deutschland vergibt ein Siegel auf Produkte, die zu festen (fairen) Bedingungen eingekauft werden. TRANS-FAIR-Produkte werden dann von normalen Unternehmen und Handelsketten vertrieben. Es gibt keine offene Preiskalkulation. Auch sind ihre Bedingungen meist 'laxer' als im fairen Handelskonzept der Weltläden. 
Den ca. 700 Weltläden in Deutschland stehen ca. 20.000 Einzelhandelsgeschäfte (Supermärkte) gegenüber. Trotz aller berechtigter Kritik an den Praktiken der großen Konzerne und an einer möglichen „Verwässerung“ der angelegten Kriterien, hat die Nutzung herkömmlicher Handelsstrukturen also einen Vorteil: dass der Faire Handel kann so mehr Menschen erreichen. In diesem Spannungsfeld bewegt sich die Fairhandelsbewegung seit der Einführung des Transfair-Siegels im Jahr 1997. 

 

 

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